Der seltsame Fall des Benjamin Button ist kein Film wie jeder andere. Er zeigt auf erstaunliche Weise das Leben eines Menschen, der mit 80 Jahren geboren wird und im Laufe seines Lebens immer jünger wird bis er ein kleiner Säugling ist. Hierbei bekommt man verschiedenste Eindrücke auf das leben und bestimmte Situationen, wie man sie sonst nicht geboten bekommt.
Der Anfang
Eingeleitet wird der Film mit einer Szene von einer Familie. Ihr Sohn wurde eines Tages in die Armee einberufen um im Krieg zu kämpfen. Eines Tages bekamen sie dann die traurige Nachricht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen ist. Der Vater baute schon seit langem an einer Uhr, die dann am örtlichen Bahnhof installiert werden sollte. In dem Bau dieser Uhr verarbeitete der Vater den schmerzvollen Tod seines Sohnes. Bei der Enthüllung stellte sich heraus, dass die Uhr entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn läuft. Den versammelten Menschen, inklusive hohen politischen Beamten, die Intuition hinter der Uhr. Er wünschte, dass er die Zeit zurück drehen könnte und sein Sohn wiederkommen würde. Gleichzeitig spiegelt die Uhr auch schon den Werdegang von Benjamin Button (Brad Pitt) wieder, dessen Leben auch vom eigentlichen Tod bis zur Geburt verläuft. Erzählt wird die Geschichte von Benjamin Button durch seine eigene Tochter, die jedoch anfangs noch nicht weiß, dass er ihr Vater ist. Ihre Mutter liegt im Krankenhaus und steht kurz vor ihrem Tode. Sie gibt ihrer Tochter ein Buch aus dem sie vorlesen soll. Die Geschichte beginnt mit den Worten: „Ich wurde unter ungewöhnlichen Umständen geboren.“
Die Geschichte
Benjamin Button wird als 80-jähriger Mann bzw. Kind geborenen. Seine Mutter stirbt bei der Geburt woraufhin der Vater, nachdem er sein Kind als „Monster“ gesehen hatte, ihn ausgesetzt. Gefunden wurde er hier, wie könnte es passender sein, von einer Altenpflegerin. So wuchs Benjamin in einer wohl behüteten Umgebung auf. Doch schnell war klar, dass er anders als die anderen war. Während er immer jünger wurde starben die Menschen um ihn herum. Auch seine spätere Liebe lernte er im Altersheim kennen. Daisy (Cate Blanchett) war circa 5 Jahre alt, als sie mit Benjamin das erste Mal aufeinander traf. Auch sie merkte sofort, dass er anders war als al die anderen alten Menschen im Altenheim. Schnell entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Mit 60 Jahren erfolgt dann für Benjamin ein neuer Lebensabschnitt. Er heuert als Seemann auf der Chelsea an und verbringt dort als Seemann annährend 20 Jahre. In dieser zeit lernt er viel über das Leben kennen. Er besucht das erste Mal ein Bordell, trinkt zum ersten Mal Alkohol und lernt seinen leiblichen Vater kennen welcher ihm sein Unternehmen vererbt. Der Kontakt zu Daisy reist während dieser Zeit zunächst nicht ab. Er schreibt ihr ständig Karten, lernt jedoch im Hotel eine Frau kennen mit der er ein längeres Verhältnis hat.
Daisy ist in dieser Zeit zu einer beachtlichen Tänzerin herangewachsen und tritt auf den Bühnen dieser Welt auf. Mit 40 Jahren kehrt Benjamin zurück an seinen Uhrsprung. Seine Ziehmutter ist mittlerweile sehr alt geworden und sein Ziehvater verstorben. Im Altersheim trifft er dann wenige Tage später auf Daisy die mittlerweile im selben Alter wie er ist. Sie werden ein Liebespaar. Jedoch als ihre Tochter geboren wurde verlässt Benjamin die Familie, da er Daisy nicht zumuten will zwei Kinder, ihn eingeschlossen, großzuziehen. Er geht auf eine lange Reise. Daisy, die durch einen Unfall nicht mehr tanzen kann hat ein eigenes Tanzstudio eröffnet und einen neuen Mann gefunden. Mit etwa 30 Jahren kehrt Benjamin dann wieder zurück und steht auf einmal vor ihrem Tanzstudio. Sie beginnen eine Affäre. Doch Benjamin wird immer jünger und schließlich zum Baby. Daisy pflegt ihn bis zum Schluss. Symbolisch wird am Ende die rückwärts laufende Uhr durch eine neue digitale Uhr ersetzt.
Während des Erzählend der Geschichte wird immer wieder zur Mutter und ihrer Tochter zurück geschwenkt und einzelne Elemente wie Karten oder Bilder gezeigt. Durch das Erzählen der Geschichte stellt sich auch heraus, dass derjenige, über den sie gerade die Geschichte vorließt, ihr Vater ist. Es gibt viele Emotionale Elemente im Laufe dieser Szenen.
Der Kolibri
Der Kolibri wird zunächst bei dem Kapitän der Chelsea ins Spiel gebracht. Er hat sich diesen auf die Haut tätowiert und erzählt stolz von diesem besonderen Vogel. Des Weiteren Taucht der Vogel auf als die Chelsea das U-Boot rammt und der Kapitän stirb. Zu guter letzt taucht der Kolibri noch einmal am Ende des Filmes auf als Daisy stirbt.
Der Kolibri stellt in diesem Film das Sinnbild für sowohl eine gleichzeitige Vorwärts als auch Rückwärtsbewegung. In Benjamins leben verlief alles rückwärts und bei Daisy seinen normalen Gang vorwärts. Doch haben sie sich an einer Stelle in der Mitte getroffen. Bei den Schamanen heißt es: Die Kolibri-Federn würden das Herz öffnen und von der Schönheit, Freude und den Wundern im Leben erzählen. Der Kolibri liebt das Leben und die Freude. Genau so taten es Daisy und Benjamin.
Charaktere/Schauplätze/Musik
In das Aussehen der Charaktere von Benjamin und Daisy wurde sehr viel Arbeit gesteckt. Gerade wenn man sich noch einmal das Bonus Material anschaut wird man sehen, auf welche kleinen Details alles Wert gelegt wurde. Es ist sehr faszinierend was mit den heutigen technischen Mitteln alles möglich ist um jemanden älter oder jünger aussehen zu lassen. Die Schauplätze wirken auch sehr durchdacht und sind sehr schön inszeniert. Zudem findet an den Stellen, wo es nötig war, eine gute Untermalung mit ruhiger Musik statt. Jedoch kann man kein Feuerwerk an Musik wie in Actionfilmen erwarten. Seine Surroundlautsprecher sowie den Subwoofer kann man getrost abstellen. Der Film besticht im Großen und Ganzen durch eine Vielzahl von Dialogen.
Bild
Da mir die Blu-ray Version zum Testen vorlag war das Bild gewohnt sehr scharf und Detailreich.
Fazit
Insgesamt ist Benjamin Button ein sehr emotionaler und bewegender Film. Der Film ist auf der einen Seite außergewöhnlich auf der andere Seite jedoch weicht er auch nicht stark von der Alltäglichkeit ab. Wer sich den Film anschauen möchte, sollte jedoch genug „Sitzfleisch“ mitbringen. Der Film dauert an die drei Stunden und wirkt an einigen Stellen sehr in die Länge gezogen. Sicherlich wird hier ein ganzes Leben abgespielt, nichtsdestotrotz hätte man an der ein oder anderen Stelle sicherlich ein wenig Zeit einsparen können.
Insgesamt finde ich den Film aber sehr gelungen. Jedoch ist es kein Film, den man sich so schnell noch einmal anschaut wie zum Beispiel eine gute Komödie.
