Als ich den Titel „So ist Paris“ auf meinem Schreibtisch hatte, ging ich mit gemischten Gefühlen an den Film heran.
Nachdem ich als letztes „Ghetto Gangz – Die Hölle vor Paris“ gesehen hatte, gewährte sich mit diesem Film ein ganz anderer Blickwinkel auf die eigentlich strahlende Glamour- und Modestadt Paris.
Während in „Ghetto Gangz – Die Hölle vor Paris“ das Leben in den Ghettos vor Paris beleuchtet, wird einem in „So ist Paris“ das leben der Pariser „Normalbürger“ in verschiedenen Episoden nahe gebracht.
Der Film „So ist Paris“ zeigt, weit ab von allem Großstadtflair, das Leben von Pariser „Normalos“ und deren Problemen und Sorgen. Der Film lässt einen auf eine atemberaubende Weise hautnah in das Leben der Bürger eintauchen und mitfühlen.
Hierbei wir die Handlung maßgeblich durch Pierre (Romain Duris) und seine Schwester Elise (Juliette Binoche) geprägt. Pierre ist Variete-Tänzer und an einem Herzleiden erkrankt. Er wartet dringend auf ein Spenderherz. Während dieser leidvollen und qualvollen Zeit beobachtet er das Leben anderer Menschen. Elise ist Sozialarbeiterin und alleinerziehende Mutter. Ihr Leben ist gezeichnet durch den Verlust ihrer Illusionen von Familie und Liebe.
Nebenher werden noch viele weitere Geschichten über die Schicksale einzelner Pariser erzählt. So wie die Geschichte eines afrikanisches Mannes, der aus der „dritten Welt“ entflohen ist, um Teil der kapitalistischen „ersten Welt“ zu werden. Oder die Geschichte des Professors Roland (Fabrice Luchini), der auf der einen Seite durch wissenschaftlichen Erfolg verwöhnt ist, auf der andern Seite aber an seiner Einsamkeit zerbricht.
Das faszinierende an diesem Film ist einfach, dass er die Schicksale und Geschichten der Menschen mehr als authentisch rüberbringt, so als wenn man den erzählenden Personen direkt gegenüber sitzen würde.
Insgesamt kann ich nur ein Lob für diesen Film aussprechen. Das einzig negative, was ich anzumerken habe ist, dass der Film zunächst sehr undefiniert anfängt und man zunächst nicht genau weiß, wo die Reise hingeht. Doch am Ende fügt sich alles zu einer wunderbaren Geschichte zusammen.
